Gespeichert unter: Kopflastiges, depression, erwartungen, gedanken, leben, psycho, undefinierte lebensphasen eines lebensabschnittes volle
So, guten Morgen.
Ja, morgen. Es ist 14 H und für mich ist erst morgen, wenn ich aufgestanden bin. Okay, ich geb zu, ich bin schon seit 2 Stunden wach, ja, seit 12 H, aber da waren dann noch Übergänge zwischen Traum und Wirklichkeit vorhanden und ich weigere mich, diese Phase als Wachzustand mitzuwerten.
Als ich wach wurde, tauchte ich in eine fiktionale Welt ein… Ich las mal wieder… Im Moment ziemlich viel…
So, und dann ein Gespräch, ein sehr emotionales, ist ja nix neues…
Wo wir auch schon bei gestern sind. Also, Rückblende, okay?
Zunächst ein Wald, ein Waldfriedhof, Regen, viele Bäume, Gräber… Beklemmungen in der Brust. Ein Mann wird beerdigt, nicht irgend einer, sondern ein wichtiger. Er stand mir eigentlich nicht nahe, schließlich war er nicht aus der Familie bzw. des Freundeskreises und trotzdem stand er mir doch irgendwie nah. Es war eine Erlösung, das beruhigt mich.
In der Kapelle laufen Tränen, in den Gesichtern der Trauergemeinde, ja, auch in meinem Gesicht. Ich trete näher, gehe zum Sarg, kann ihn nicht anfassen.
Er hatte eine andere Krankheit, ein anderes Alter, er war ein anderer Mensch und stand mir auch anders nahe als mein Opa, und trotzdem erinnerte mich alles an ihn. Schließlich starb er unter den gleichen Umständen wie mein Opa. Ich halte die Luft an, Beklemmungen in der Brust. Es muss schrecklich sein zu ersticken. Es hat keiner verdient, Opa nicht, der tote Mann nicht, keiner auf dieser Welt.
Ich verlasse den Raum mit der Trauergemeinde und spaziere über den Friedhof. Ich trage schwarz. Nur die Blässe meines Gesichts sowie das Emblem meiner Schuhe heben sich hervor.
Es geht ganz plötzlich um mich. Um meine Krankheit.Sie sprechen über mich. Beklemmungen in der Brust. Mundtrockenheit, zittrige Knie. Ich taumel hin und her. Für einen kurzen Moment tauche ich ab. Die Wirklichkeit hat mich wieder. Und plötzlich nehme ich sie wahr, die dumme Frau. Sie läuft neben mir und steht im Familienstammbaum über mir.Leider. Sie redet, berichtet über mich, erklärt das Unerklärbare falsch, sie kann es einfach nicht, sie besitzt ihn nicht, diesen Intellekt. Alles falsch. Ich greife nicht ein, fühle mich gelähmt und lenke mich mit einfachen Blicken ab. Der tote Mann kommt zurück… Es laufen Tränen.
Sie scheint fertig zu sein, dummes Zeug zu labern. Nein, sie kann ja nicht anders. Wie soll eine dumme Frau denn etwas erzählen, was nicht dumm ist? Wenn sie das könnte wäre sie ja nicht dumm. Es beruhigt mich, dieser Gedanke beruhigt mich sehr. Wir laufen, ich taumele immer noch. Mir wird schwindelig. Ich fange an zu schwitzen. Ich kann nicht mehr. Ich laufe weiter.
Wir und ich kommen an. Im Wir bin ich nicht eingeschlossen, irgendwie versuche ich mich abzugrenzen. Es klappt aber nicht.
Wir trinken Kaffee, essen Brötchen, Käse, Salzstangen… Mir wird schlecht. Die dumme Frau fängt an zu reden. Sie spricht wieder über mich. Sie kann es nicht. Sie kennt mich nicht. Sie kennt mein Leben nicht und trotzdem versucht sie aus meinem Leben zu erzählen. Aber was können Menschen über Menschen erzählen, die sie wirklich nicht kennen? Ich erwähne erneut, sie steht im Familienstammbaum über mir…
Ich trauere. Um Opa, den toten Mann, über das Verhältnis zur dummen Frau…Über meine Situation. Ich werde heimgesucht, es schmerzt in mir… Tief. Baustellen zeigen sich. Es gibt viel zu verändern. Ich will es, hoffentlich geht es bald los.
Auf dem Rückweg beobachte ich die Blumen beim wachsen, nein, ich habe nicht so viel Zeit, kann aber deutlich erkennen, dass sich die Flora und Fauna freut, nun endlich wieder etwas zu trinken zu bekommen. Ich kenne das Gefühl, ich kenne die Angst, ich weiß, wie furchtbar es ist, Durst zu haben und die Gefahr blüht, zu vertrocknen.
Ich steige ins Auto. Nicht in meins. In den Wagen der dummen Frau. Kann sie Auto fahren oder ist sie dafür auch zu dumm. Mir geht vieles durch den Kopf. Eine weitere Frau auf dem Beifahrersitz, sie sitzt vor mir, stellt mir unangenehme Fragen… Ich beantworte sie höflich und ehrlich, ja sogar wahrheitsgemäß. Sie drängst sich nicht auf. Aus ihrem Munde mpfinde ich es nicht als Angriff.Es tut gut, auch wenn es mich anstrengt. Sie bittet die dumme Frau um die Weitergabe ihrer Telefonnummer an mich. Die Frau auf dem Beifahrersitz steigt aus. Ich merke, sie ist jünger als die dumme Frau und trotzdem intelligent. Ich fühle mich zu ihr hingezogen. Sie fesselt mich. Sie fasziniert mich. Ich will die Nummer und mich mit ihr treffen. Ich wünschte sie würde im Familienstammbaum über mir stehen. Peng. Meine Leiden kommen zurück. Ich bekomme Kopfschmerzen. der Beifahrersitz bleibt leer. Ich bleibe hinten und beginne mit der dummen Frau eine Konversation. Quatsch, sie erzählt dummes Zeug, ich antworte kurz und prägnant, kalt und taktlos. Sie ist geschockt.
Wir kommen an der Zwischenstation an. Ich steige aus und sage, “Ich komme gleich zurück”. Auf dem Rückweg frage ich mich, ob ich nun wieder in ihr Auto steige. Ich habe Angst. Angst vor ihrer Dummheit.
Für einen kurzen Moment empfinde ich Mitleid. Ja, sie tut mir leid, sie handelt nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Doch selbst die weiß sie nicht zu nutzen. Sie kotzt mich schnell wieder an.
Mir wird Geld zugesteckt… Ich solle doch… Quatsch, es lohnt sich nicht diesen Schwachsinn hier nieder zu schreiben. Ich widme dieser dummen Frau viel zu viel Worte. Sie bringt mich zum Bahnhof.
Ich fahre mit dem Zug, verabschiede mich von ihr, verarbeite die Beerdigung und gedenke des toten Mannes.
Angekommen. Ich habe die Stadtgrenze erreicht.
Ich treffe auf einen mir sehr nahe stehenden Menschen. Schnell fühle ich mich geborgen, verstanden. Dieser Mensch kann mir meine Ängste nicht nehmen, dies geht nicht. Er weiß die Angst aber zu schätzen, er hilft mir, sie ertragen zu können. Unsere Gespräche enden in einer Therapeuten-Patienten-Kommunikation, wobei die Rollen dabei nicht so klar verteilt zu seien scheinen. Es gibt Bier. Ich kann reden, frei, über den toten Mann, die dumme Frau, meine Ängste vor der Veränderung, die nun bald kommen soll, was auch immer bald nun heißen sollte. Er zieht mich an, noch mehr als die Frau auf dem Beifahrersitz. er hat eine andere Anziehungskraft. ich bin froh, ihm nicht im Familienstammbaum unterbringen zu wollen. Er steht ganz woanders. Das weiß, das weiß ich, und egal was kommt, er soll nie wiedeer ausradiert werden. Es sind gute Gespräche, auch wenn wir nichts verändern können. Mir wird klar, was ich zu tun habe. Arbeiten, kämpfen, Probleme sehen, miteinander verknüpfen, ja, die VERGANGENHEIT verarbeiten, um in der ZUKUNFT leben zu können. Das letztere macht mir Angst. Ich werde es schaffen, sagt er. Ich erfreue mich dieser Worte und nehme auch körperkontaktreiche Emotionen dankend an. Es geht mir gut. Trotzdem war es anstrengend.
Ich steige erneut in einen Zug. Ich weine, ich denke an den toten Mann, den toten Opa, meine Vergangenheit, meine Emotionen, das Psychogespräch und vieles mehr. Es wird wieder zu viel.
Es überrollt mich. Musik… Melancholische Musik… Der Tag endet mit einem weiteren Gespräch…. Es baut Ängste auf, bringt die Wahrheit ans Licht und zeigt mir die Welt außerhalb meiner Welt. Ist es die Realität? Bin ich davon so weit entfernt? Ich beschäftige mich mit der Frage. Werfe Tabletten ein. Taumele.
Tauche in die Welt der Fiktion, lese. Tauche in meine Welt ab und denke an sehr viel…. Vieles mehr ist dort.
Ich will es angehen.
Ich schlafe ein.
Guten Morgen,
zurück nun. Ich habe meinen gestrigen Tag somit reflektiert… Danke und bis bald.
Gedanken drehen sich erneut… Halt an…
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