Ts386’s Weblog


Wochen Ende…

Ich fühl mich leer, denke, ich würde am Ende stehen. Oder ist es der Anfang? Ich weiß es einfach nicht so ganz. Frierend und langsam wechsel ich den Ort der schlechten Stimmungen und lande vorm Fernseher.Ja, was sich dort zeigt, ist alles andere als interessant. Kerner kocht, Schwarzwaldklinik, Tier hoch vier, ach, was weiß ich. Der Fernseher wird schnell ausgeschaltet oder dient der Beschallung meines nahe liegenden Hausflures, um Einbrechern, Gaunern und sonstigen Störenfrieden ein Zeichen zu geben. Wälzend von links nach rechts, immer mit der Gefahr, gleich von der Couch zu fallen und auf dem kalten Boden zu landen, der gleichzeitig auch noch unsauber erscheint, verschwimmt der erste Tag des Wochen Endes so dahin. Die Nahrungsaufnahme beschränkt sich auf wenige abwechslungsreiche Kost eines eher frustierten Essgestörten. Knäckebrot mit Käse, Knäckebrot mit Marmelade, Pause, Schlaf, Schlaf Ende, Knäckebrot mit Marmelade, Knäckebrot mit Käse, Schlaf Anfang…

Traum Anfang: Er zeigt das furchtbare Dasein meinerseits in einer Phase undefinierter Zeiträume, Orte und Katakomben. Ich wünschte mir ein Ende des Traumes. Hoffnung mischt sich in den Traum, aber anscheinend nur, wenn ich bereit bin, das alte Leben haufzugeben, es am Ende der Woche abzugeben und gegen ein neues zu tauschen. Habe aber Angst vor späteren Fehlern, Löchern oder Fehlentscheidungen, und die Helden wissen auch schon lange, dass man Altes nie gegen Neues so einfach tauschen sollte und reklamierten ihr Produkt schlussendlich doch.

Ich werde froh sein, wenn diese Woche ein Ende nimmt. Die nächsten Tage wünschte ich mir im schnellen Fluge, ich will nun endlich mit dem neuen Lebensabschnitt beginnen. Schnell rasen mir im Traum viele bunte Männchen, und vielleicht auch weibchen, oder mehr Weibchen als Männchen durch den Kopf. Alle bunt bekleidet, ihre Gesichter vermummt. Trotzdem erkenne ich sie alle. Es sind Freunde, Familienmitglieder und Bekannte. Alle fliegen an einem vorbei. Wie ein ICE.

Seit dieser Woche wissen wir, dass auch Expresszüge schnell gestoppt werden können, nämlich durch Tiere, besser gesagt Schafe. Ich bekomme Angst, habe das Gefühl, ich kann das Ende nicht erreichen und den Neuanfang nicht finden, denke, ich würde den Anschluss, die neue Reise verpassen, obwohl ich weiß, dass eigentlich noch genug Zeit vorhanden ist.

Die bunten Männchen, Weibchen oder sonstige undefinierbare Gestalten meines Traumdaseins gehen auf die Gleise, tanzen dabei fröhlich und singen ein Lied, welches ich nicht einordnen kann, ich aber immer wieder auf die Worte, tauschen, neu, Ende, und Angst stoße. Eine Figur sinkt besonders laut, verlässt dabei das Gleis und springt… Kommt aber nirgendwo unten an. Wo ist jetzt hier gerade oben und unten?

Mein Express rast mit voller Geschwindigkeit in den Tunnel. Während der Fahrt denke ich nicht weiter, träume, verschlinge die Eindrücke. Der Tunnel scheint nie zu enden. Wo ist der Schluss? Wäre ein anderer Weg besser gewesen?

Plötzlich Lichter. Bunte Lichter. Der Zug fährt und… entgleist. Wie erschlagen treffe ich auf die bunten Männchen. Nicht aber, dass sie dabei umkommen… Sie schweben über dem Zug und zeigen mir den Weg… Der Zug aber scheint entgleist zu sein. Trümmer. Ein schreckliches Zugfahrtende. Ein neuer Anfang scheint aber in Sicht zu sein. Die Männchen, immer noch bunt leuchtend, führen mich erneut in den Tunnel, diesmal in die andere Richtung und versprechen mir ein Ende ohne Schrecken… Ich wünsche mir ein gutes Ende…

Patsch.Schlaf Ende: 

Ich werde wach. Keine bunten Männchen, keine Weiden, kein Zug. Auf dem Boden liegend finde ich mich im Wohnzimmer meines Schlafgemachs wieder und sehe auf dem Fernseher einen Menschen, der mich gerade mit den Worten besülzt: ” Bei dem Zugunglück des ICE…” Im Hintergrund höre ich die Züge an meinem Hause vorbeifahren. Wie gelähmt liege ich dort und versuche die Eindrücke zu sortieren.

Ich fühle mich noch leerer. Mein Magen scheint es auch. Knäckebrot mit… Sagen wir mal Käse, Marmelade? Beides zusammen soll ja schmecken.

Das Wochen Ende scheint kein Ende zu nehmen. Ich lungere weiter auf dieser Couch, die Sonne scheint und ich wünsche mir, die nächsten Tage würden schnellstmöglich vorbei gehen. Ich will dieses Leben nun beenden und endlich neu starten. Bitte, wo ist der Anfang?

Der Sonntag muss aber noch überwunden werden. Hoffentlich weniger schmerzlich. Ich spüre eine Beule an meinem Kopf. Dieser fiel auf ein halb volles Glas auf meinem Tisch… Kopf, Haare usw. nass. Es schmerzt.

Montag beginnt wieder eine neue Woche. Ein neuer Anfang. Mein eigener Anfang hingegen ist noch nicht so klar definiert. Man weiß nur, dass er kommen soll.

Ich verlasse das Wohnzimmer und entscheide mich, diesem Leid nun ein Ende zu setzen. Duschen, Anziehen… Ja, das kommt jetzt. Denn der PC und diese Story haben mich von allem etwas abgehalten.

Ein Zuggeräusch ist im Hintergrund zu hören.

In diesem Sinne…. Auf eine Ende ohne Schrecken.  

 

 

 


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