Einfach anders…


Nutzt eure Phantasie … Gib mir nicht so viel davon…

So, guten Tag, morgen und überhaupt… Zeit zum Nachdenken gab es nicht viel. Gestern knallten zu viele Sachen auf mich ein, nicht nur die ersten warmen Frühlingssonnenstrahlen, die mir, im Omas mal zu zitieren, „rote Wangen“ verschafften. Nein, die Welt dreht sich im Kreis. Oft war es aber nicht die Erde sondern ich…

Wäre ich bei IKEA gewesen, hätte man mich spätestens nach Feierabend aus dem Kinderparadies abholen lassen. Die Frage ist nur, ob meine Eltern sich nicht schon längst aus dem Staub gemacht und sich ein Haus in der Südsee angelacht hätten, um sich dort gegenseitig im Pool zu ertränken.

Ich war aber nicht bei IKEA, sondern im PHANTASIALAND. Ja, in Köln in so einem Freizeitpark. Man sollte also in die Welt der Kinder, in die Welt der Phantasien, in eine andere Welt tauchen. Aber was machen Menschen wie ich, die diese Welt schon lange kennen, die Welt mich kennt, mich gefangen hält und ich schon lange irgendwo dort rumschwimme. Also wurde ich als alter Gast begrüßt und nicht wirklich gefeiert oder beachtet.

Und dort war dann alles gewohnt anders: Fahrgeschäfte schaukelten mich durch, ließen mich auf denk Kopf stehen… Das Fett der Buden brachte mich zum Kotzen, das Geschrei meiner Artgenossen zum Wahnsinn…. Und all das schien doch normal zu sein….

Aber es war eben eine Ladung Phantasie zu viel… Fertig, Matsche usw. bekam ich die Fahrt in die „reale Welt“,( gibt es die noch?)gar nicht mehr mit und pennte die ganze Fahrt über….

Schnarch… Und Guten Morgen… Ha freu… Neuer Tag. Neue Phantasien. Neues Erleben. Eben nicht im Phantasialand. Aber auf dem Kopf stehen, mich drehen, Grenzen verschwimmen lassen etc. kann ich auch ohne diese Menschen dort in Brühl.

Bis dann.

PS: Versprochene Danksagungen kommen noch irgendwann. Liebe Mama, Lieber Papa usw… Na ja. Alles zu seiner Zeit.

Helden als Mutmacher

Veröffentlicht in aus dem Leben (gerissen) von ts386 am April 15, 2008

So viel kaputt
aber so vieles nicht
Jede der Scherben
spiegelt das Licht
So viel kaputt
aber zwischen der Glut
zwischen Asche und Trümmern
war irgendwas gut

Gebrauchsanweisung für einen Anrufbeantworter

Veröffentlicht in Vom Anfang zum Ende und (nicht) wieder zurück, aus dem Leben (gerissen) von ts386 am April 15, 2008

Willkommen beim Erklärbär für Erwachsene. In unserer heutigen Ausgabe wird es um die Funktion eines Anrufbeantworters gehen. Dabei möchte ich vor allem Mutti grüßen. Pass du besonders gut auf, du wirst viel lernen können.

Also. Fangen wir mal an. Ein Anrufbeantworter ist ein Gerät, das sich anschaltet, wenn keiner zu Hause ist. Menschen benutzen es, um zu erfahren, wer in Zeiten ihrer Abwesenheit angerufen hat. Man kann dann schneller zurückrufen und man weiß, wer etwas von einem wollte. Mutti, hast du das verstanden?

Ein solches Gerät ist also sehr praktisch, vorausgesetzt der Anrufer versteht die Funktion. Der Besitzer dieses Anrufbeantworters kann ein Band besprechen, z.B. sagen, „dies ist der Anrufbeantworter von Max Mustermann. Ich bin zurzeit nicht zu erreichen. Hinterlassen sie einfach eine Nachricht, ich rufe dann zurück.“ Dann folgt ein Piepton. Und dann beginnt eine Aufzeichnung.

Liebe Erwachsenen, Liebe Mutti, dann ist es Zeit für eure Nachricht. Erst dann. Denn nach dem Piepton zeichnet das Gerät auf. Und noch etwas. Es kann nicht antworten. NICHT antworten.

Ihr müsst also quasi mit euch allein sprechen. Denn ein Gegenüber gibt es nicht. Da hat keiner 24Std. Bereitschaftsdienst. Ich vergleiche das mal mit einer Vogelscheuche. Sie dient dazu Vögel abzuschrecken, um die Ernte nicht zu gefährden. Aber diese Scheuche ist kein Mensch, der Tag und Nacht arbeitet, es ist eine Puppe, ein Phantom. Verstanden?

So ist das also auch mit dem Anrufbeantworter. Da ist keiner durchgehend im Dienst. Ein Band übernimmt den Job. Nachteil: Es antwortet keiner. Niemand. Man spricht zu sich selbst, und der Angerufene erfährt später davon. Vorteil: Die Stimme am anderen Ende ist immer lieb und nett und begrüßt einen mit den gleichen Worten. Sehr freundlich, oder?

Also noch mal kurz gesagt: Ein Anrufbeantworter nimmt einen Anruf in Empfang, wenn ich mal nicht zu Hause bin. Nach der Ansage und dem Piepton ist Zeit für eine Nachricht. Ein Band zeichnet die Worte auf. Ich höre sie dann, wenn ich wieder daheim bin. Ein Anrufbeantworter antwortet aber NICHT. Gestellte Fragen bleiben also unbeantwortet. Mutti, hast du das auch verstanden? Ein Monolog, ein Gespräch mit sich selbst. Nach dem Piepton. Nach. Nicht vorher. Denn dann zeichnet das Gerät es nicht auf.

Liebe Mutti, liebe Erwachsenen. Bedenkt, auch ein solches Gerät stößt an seine Grenzen. Es kann heißlaufen und brennen. Seid behutsam und vorsichtig. Und ein brennender Anrufbeantworter ist doch auch nicht in eurem Sinne, oder? Denn dann bekomme ich eure Nachricht nicht mehr.

Und noch etwas: Kurze Ansage. Wer hat wann und wieso angerufen. Du musst keine Rede halten. Denn irgendwann schaltet das Gerät ab. Und dann sind wichtige Infos vielleicht nicht gesagt.

Mutti, besonders an dich. Kurze Ansagen. Ich schlafe doch sonst ein.

Gestern zum Beispiel. Dreieinhalb Minuten Blödsinn. Warum hast du angerufen? Ich weiß es nicht. Den einzigen, wirklich wahren Satz sagtest du am Ende: „Ich weiß, dass ich an allem Schuld bin.“ Glückwunsch. Ich habe es nun als Beweis. Aufgezeichnet. Auf Band. Danke. Doch davon kann ich mir jetzt auch nichts mehr kaufen.

Alles verstanden? Und noch ein Tipp. Falls ihr Monologe hasst, wie wäre es mal mit einem Anruf auf Handy? Denn dort ist man überall erreichbar.

Liebe Mutti, Liebe Zuhörer. Das war es wieder einmal. Schalten sie wieder ein, wenn es heißt: Lehrstunde für Erwachsene. Die Kleinen erklären den Großen die Welt.

Und Mutti, eins sei noch gesagt: Ich freu mich auf weitere Reden im exzessiven Alkoholrausch. Bitte gib mir vorher bescheid, möchte mir auch noch ne Flasche Wein gekippt haben bevor du mit mir redest… Ach ne, du mit dir, also mit meiner Box, also so halt,….

Auf Wiedersehen.